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Ältestes Wohnhaus

Das älteste erhaltene Wohnhaus

Ältestes Wohnhaus

Das älteste erhaltene Wohnhaus

Wohnhaus
Ältestes noch erhaltenes Wohnhaus, 2025. (Foto: JYT)
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Ältestes noch erhaltenes Wohnhaus, 1973. (Foto: Fam. Laurenz)

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Seit 1878 mittendrin - ein echtes Original

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So zurückhaltend es wirken mag – dieses Doppelhaus ist ein echtes Original. 1878 erbaut, ist es das älteste noch erhaltene Wohngebäude in Waidmannslust. Entstanden nur drei Jahre nach der Gründung des Ortsteils – und damit ein echtes Stück Gründungsgeschichte.

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Das Adressbuch von 1911 nennt als Eigentümerin Emilie Thieke – aber rechtlich durfte nur ihr Ehemann Ferdinand als Verwalter ihres Vermögens auftreten. So war das im Kaiserreich.

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Zwei Berliner Bauherren – A. Retemeyer und P. Grabow – ließen das Haus nach Plänen des Architekten W. Schuffenhauer errichten. Jede Haushälfte bestand ursprünglich aus einer niedrigen Stube in der Mitte und einem höher aufragenden Giebelzimmer zur Straße. Küche und Schlafräume fanden auf engstem Raum Platz – typisch für die Zeit.

Bald nach dem Bau wurde erweitert und modernisiert: In der Haushälfte 34A ergänzten Schankwirt Wilhelm Koeppe und später Emilie Thieke Küchen- und Wohnanbauten, 1913 sogar ein Badezimmer – damals noch echter Luxus. Später fügte Lehrer A. Hahn Erker und weitere Räume hinzu.

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Hier lebte einer, der Waidmannslusts Osten zeichnete

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Noch bewegter verlief die Geschichte der anderen Haushälfte, Nr. 35: Erst gehörte sie dem Steuererheber Boenisch, dann dem Malermeister R. Steinert, der 1896 einen Erker und Küchenanbau setzte. Ab 1907 war Paul Tobien Eigentümer – Baumeister und Gemeindeschöffe, der auch den Bebauungsplan für den Ostteil von Waidmannslust mitgestaltete. Wer heute durch die Straßen läuft, bewegt sich also vielleicht auf Linien, die Tobien – einst Bewohner dieses Hauses – damals zog.

1919 erhielt das Haus eine Holzveranda und einen zweigeschossigen Anbau. Später kam es in den Besitz des Möbelfabrikanten G. Schiele.

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Dunkles Kapitel der NS-Zeit

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Ab 1941 wohnte hier der Polizei-Zahnarzt Dr. Walter Hinsche, ein überzeugter Nationalsozialist. In den letzten Kriegstagen 1945 nahm er seiner Familie und sich selbst das Leben – ein Schritt, den damals einige überzeugte Nationalsozialisten wählten, aus Angst vor Verantwortung und Strafe, aus Furcht vor der Niederlage und der Rache der Sieger und getrieben von ihrer Ideologie.

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Eines unter vielen - und doch eines der ersten

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Heute steht das Doppelhaus für das, was Häuser ausmacht: Menschen kommen und gehen – doch das Haus bleibt und erzählt weiter. Seit fast 150 Jahren wird hier gewohnt, gelebt, umgebaut. Ein Haus unter vielen – und doch eines der ersten. Wer hier wohnt, teilt sich sein Zuhause mit der Geschichte von Waidmannslust.

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Mini quiz
Was macht dieses Doppelhaus besonders?
Es war das erste Haus mit elektrischer Türglocke in Reinickendorf
Klingeling, Ding Dong oder Pingpingping? Egal. Leider falsch.
Es ist das älteste noch erhaltene Wohnhaus von Waidmannslust
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Richtig! 1878 erbaut, trotzt es bis heute Wind, Wetter und Wohnmoden.
Es wurde aus Eisenbahnschwellen gebaut
Falsch. Wäre ja auch noch schöner gewesen, wo Waidmannslust anfangs nicht mal einen Bahnhof hatte.

Der nächste spannende Ort ist gleich um die Ecke

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