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Antiquitäten-Laden

Über 100 Jahre Ladenleben

Antiquitäten-Laden

Über 100 Jahre Ladenleben

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Antiquitäten-Laden, 2025. (Foto: JYT)
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Kolonialwarenladen Otto Gau, Postkarte, um 1910. (Foto: Museum Reinickendorf)

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Von Kolonialwaren bis Antiquitäten – eine Ecke im Wandel

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1897 ließ Fritz Kroll an der Ecke Hubertusstraße / Waidmannsluster Damm dieses zweigeschossige Wohnhaus mit roter Ziegelfassade errichten – samt Stall im hinteren Grundstücksteil. Und vorne, direkt zur Kreuzung: ein Ladenlokal. Von Anfang an.

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Fun fact

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Der Laden wechselte mehrfach das Sortiment. Das Haus sagt bis heute: Ich bleib wie ich bin.

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Um 1905 führte hier Otto Gau einen Kolonialwarenladen – ein typischer Allround-Laden jener Zeit. Was genau verkauft wurde, ist nicht überliefert – vermutlich aber Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Gewürze und Seife. Wer damals durch die Tür trat, roch wahrscheinlich frisch gemahlenen Kaffee – oder den trockenen Duft von Seifenkisten.

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Kolonialwaren: mehr als nur ein Laden-Sortiment

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Der Begriff stand damals für Produkte, die über globale Handelswege nach Europa kamen. Für die Kundschaft klang das nach Exotik und Moderne. Heute erinnert der Begriff zugleich an die kolonialen Strukturen, auf denen dieser Handel beruhte – mit Abhängigkeiten, Ausbeutung und ungleichen Machtverhältnissen.

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Eckhaus mit Laden, 1904. (Foto: Archiv Klaus Schlickeiser)

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Eckhaus mit Laden, 1904. (Foto: Archiv Klaus Schlickeiser)

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Drogerie, Feinkost, Antiquitäten

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Ab 1911 übernahm Heinrich Michaelis das Haus – und betrieb jahrzehntelang eine Drogerie. Auch hier ist das genaue Sortiment nicht dokumentiert, aber wahrscheinlich gehörten Bohnerwachs, Haarwasser und Waschpulver zum Standardprogramm. Ganz sicher kein Eistee Peach – aber ziemlich viel, was glänzt, schäumt oder duftet.

In den 1970er-Jahren wurde es delikat: Der Feinkostladen Tiepermann versorgte die Nachbarschaft. Und ab den 1980ern bekam die Ecke Charakter – mit einem Antiquitätengeschäft. Alte Möbel, alte Uhren, alte Geschichten – alles inklusive.

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Auch nebenan wurde gearbeitet: Im Seitenflügel zum Waidmannsluster Damm ist seit etwa 1980 eine Glaserei ansässig – erst Mitbrodt, später Neumann. Wer im Kiez ein Fenster zerdeppert, landet gerne auch hier. Bis heute.

Ein Haus mit vielen Gesichtern – aber einer klaren Konstante:
Hier wird gekauft, repariert und erzählt. Seit über einem Jahrhundert.

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Mini quiz
Welcher Duft lag hier um 1905 wohl in der Luft?
Der von Zimt und Kaffeebohnen
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Richtig. Otto Gau führte hier einen Kolonialwarenladen. Das genaue Sortiment ist nicht überliefert – aber Bohnerwachs, Kaffee & Co. wären typisch gewesen.
Der von Laminat und Fichtennadeln
Laminat? Fehlanzeige. Damals knarzte noch das Holz.
Der von Vanille-Cappuccino und Strawberry-Bubble-Gum
Nope. Damals waren andere Sachen hip, zum Beispiel der Duft von Gewürzseife.

Der nächste spannende Ort ist gleich um die Ecke

Waidmannslusterd damm 162 (ehemals die villa schade) / 165 Villa Schade
Waidmannslusterd damm 162 (ehemals die villa schade) / 165

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