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Königin-Luise-Kirche
Kaiserliche Förderung, königlicher Name – und ein Giebel aus Tangermünde
Kaiserliche Förderung, königlicher Name – und ein Giebel aus Tangermünde
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Kirche in der Gunst der Kaiserin
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Die evangelischen Waidmannsluster feierten ihre Gottesdienste einst in einem Schulraum der Budwegschen Lampenfabrik (vgl. Volta-Werke) und später in Klassenräumen der heutigen Münchhausen-Grundschule (vgl. Münchhausen-Grundschule). Doch irgendwann reichte das nicht mehr. Also gründete man einen Kirchenbauverein, sammelte Spenden – und sprach sogar bei der Kaiserin vor. Mit Erfolg.
Denn Kaiserin Auguste Viktoria übernahm höchstpersönlich das Protektorat über das Projekt – nicht zuletzt, weil ihr Privatsekretär gleich um die Ecke wohnte. Der Kaiser war auch nicht untätig: Er schickte den Baumeister Robert Leibnitz los, der den Entwurf einer Kirche im Stil der märkischen Backsteingotik vorlegte. Inspiration: das Rathaus von Tangermünde.
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Royaler Besuch in Waidmannslust
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1913 wurde die Kirche feierlich eingeweiht – benannt nach dem preußischen Nationalidol Königin Luise. Mit ihr persönlich rechnete bei der Einweihung natürlich niemand mehr – sie war da schon über 100 Jahre tot. Die Förderin des Baus, Kaiserin Auguste Viktoria, hatte sich hingegen angekündigt, musste aber krankheitsbedingt absagen. Immerhin schickte sie royale Vertretung: Drei ihrer Söhne – Prinz August Wilhelm, Prinz Oskar und Prinz Joachim – saßen in der ersten Reihe und verliehen der Einweihung kaiserlichen Glanz.
Die Ausstattung kam überwiegend aus Spenden: darunter Hirschgeweih-Kronleuchter, ein von der Kaiserin gestiftetes Chorfenster und eine Statue von Königin Luise über dem Eingang.
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Fenster zerbarsten, Dach beschädigt
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Im Ersten Weltkrieg wurden zwei der drei Glocken für Rüstungszwecke eingeschmolzen – ein Schicksal, das viele Kirchenglocken in Deutschland traf. Nur die kleine a-Ton-Glocke blieb damals erhalten. Doch im Zweiten Weltkrieg musste auch sie abgegeben werden.
Im April 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, beschädigte eine Luftmine die Kirche schwer – fast alle Fenster zerbarsten, das Dach wurde beschädigt. Nach Kriegsende wurde es dann von der französischen Besatzungsmacht abgedeckt, um ein benachbartes Gebäude zu reparieren. Die Gemeinde rückte zusammen und hielt ihre Gottesdienste in der engen Vorhalle und im Winter in einem Raum der „Volta“-Werke (vgl. QR-Code-Ort) ab.
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Neue Glocken und neue Nüchternheit
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1947 begann man, das Dach zu reparieren, aber der Altarraum blieb noch länger ungedeckt – wegen Materialmangels. Neue Glocken erhielt die Kirche erst 1958 – gestiftet von den Waidmannslustern selbst.
In den 1960ern wurde das Kircheninnere modernisiert – rigoros. Altar, Kronleuchter, Taufbecken? Weg. Stattdessen: weiß gestrichene Wände, neue Kunst, nüchterner Stil. Später kehrten einige historische Elemente zurück.
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Wahrzeichen von Waidmannslust – und Treffpunkt
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Heute engagiert sich der „Förderverein Königin-Luise-Kirche“ für den Erhalt des Gebäudes. Mit Spendenaktionen, Sanierungsprojekten – und einem Kulturprogramm, das weit über den Stadtteilrand hinausreicht.
Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Kiezfeste: Die Königin-Luise-Kirche ist längst nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Ort der Begegnung – offen für alle, vielfältig und mitten im Waidmannsluster Leben.
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Und vor der Kirche?
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Da steht der Jubiläumsbrunnen von 1925 – gestiftet zum 50. Geburtstag des Ortsteils, bezahlt aus Spenden der Nachbarschaft. Er zeigt einen jungen Jäger mit Armbrust und Hund – samt Wildschweinköpfen, aus denen einst Wasser sprudelte. Damals wie heute ein echter Hingucker.
Vorne steht „Waidmannslust / Jubiläumsbrunnen / 1875–1925“. Hinten ein Jägerspruch: „Im Wald und auf der Heide, da such’ ich meine Freude.“
Ein echtes Stück Waidmannslust – das zeigt, dass es sich oft lohnt, die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.
