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Pfarrhaus
Das Home-Office des Pfarrers seit 1911
Das Home-Office des Pfarrers seit 1911
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Gebaut vom Architekten der Königin-Luise-Kirche
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Von außen eher zurückhaltend – innen voller Geschichte: Seit über 100 Jahren wohnen und arbeiten hier die evangelischen Pfarrer*innen von Waidmannslust. Direkt gegenüber der Kirche.
Gebaut nach Plänen von Robert Leibnitz, dem Architekten der Königin-Luise-Kirche, diente es von Anfang an als Ort für Seelsorge, Verwaltung – und gesellschaftlichen Wandel. Im Erdgeschoss wohnte die Pfarrfamilie, daneben war Platz für eine Diakonissenstation, später auch für einen Kindergarten.
Hier lebte Pfarrer Herbrechtsmeier, der nicht nur Gottesdienste hielt, sondern auch den berühmten Jubiläumsbrunnen initiierte.
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Gratwanderung in der NS-Zeit
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Ihm folgte Pfarrer Brenning – der das Haus in einer besonders heiklen Zeit führte: während des sogenannten Kirchenkampfs in der NS-Zeit.
Die Nationalsozialisten versuchten, auch die evangelische Kirche unter ihre Kontrolle zu bringen. Innerhalb der Kirche standen sich zwei Lager gegenüber: die regimetreuen „Deutschen Christen“, die die nationalsozialistische Ideologie übernahmen, und die oppositionelle „Bekennende Kirche“, die sich gegen diese Vereinnahmung stellte. Pfarrer Brenning ordnete sich keiner dieser Richtungen eindeutig zu. Einerseits gestattete er dem „Deutschen Jungvolk“, einer NS-Jugendorganisation, die Nutzung von Räumen im Kirchturm – ein Zugeständnis an das Regime. Andererseits ließ er im Kirchsaal Konfirmationen zu, die sich nicht den Vorgaben der Nationalsozialisten fügten. Sein Verhalten zeigt die Spannungen, in denen sich viele Gemeinden zwischen Anpassung und Abweichung bewegten.
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Zeitzeuge mit Wurzeln
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Nach dem Krieg wohnten hier zahlreiche weitere Pfarrer*innen. In den 1960er- und 70er-Jahren wirkte Pfarrer Born, später Pfarrer Sieben – unter dessen Leitung die große Kirchenmodernisierung stattfand. 2019 wurde Christoph Anders als neuer Pfarrer eingeführt – er wohnt bis heute (Stand September 2025) hier.
Übrigens: Der südliche Teil des Gartens wurde 2015 abgetrennt. Aber die große Linde davor steht noch. Zeitzeuge mit Wurzeln.
