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Postamt

Wo früher gestempelt wurde, wird heute geknetet

Postamt

Wo früher gestempelt wurde, wird heute geknetet

Postamt (heute kita mohnblume)
Einstiges Postamt, heute Kita Mohnblume, 2025. (Foto: Werner Schlangen)
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Postamt, 1928. (Foto: Archiv Postmaxe)

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Das kaiserliche Postamt

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Waidmannslust, Anfang 1900: eine hübsch gebaute Vorortsiedlung mit Villen, Luft und Laune – aber keine richtige Post.

Zwar gab’s eine provisorische Posthilfsstelle im Laden um die Ecke, die ab 1891 sogar ganz offiziell als Postagentur firmierte. Doch der wachsende Kiez wollte mehr als nur einen Briefmarken-Tisch im Kaufmannsladen.

Also ließ der clevere Kaufmann Wilhelm Herbert 1904 ein eigenes Gebäude hochziehen – mit Pferdestall. Denn: Briefe kamen damals im Galopp. 1905 zog das kaiserliche Postamt ein.

Unten wurde gearbeitet, oben gewohnt: Postmeister Protz, Oberpostschaffner Graf, und laut Adressbuch sogar ein Opernsänger. Lalala.

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Waidmannslust wird Teil Berlins

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Waidmannslust war bis 1920 eigenständig (Teil des Kreises Niederbarnim) und wurde dann durch das Groß-Berlin-Gesetz eingemeindet. Trotzdem dauerte es noch bis 1926, bis die Poststelle den Namen „Berlin-Waidmannslust“ offiziell tragen durfte.

Ein bisschen ungeduldig waren die Waidmannsluster dann aber doch: Überliefert ist ein Stempel mit „Berlin-Waidmannslust“ schon am 28. März 1926 – offiziell war der Name erst zwei Monate später gültig. Schneckenpost? Nicht in Waidmannslust!

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Fun fact

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Im Adressbuch von 1930 steht: Postmeister, Oberpostschaffner, Opernsänger – alle unter einem Dach. Wenn’s im Flur geschellt hat, wusste man nie, ob der Brief kommt oder die Arie.

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1931 wurde hinten angebaut – mit Garagen und Waschküche. Und in den 70ern modernisierte man das Ganze nach Plänen von Architekt Herbert Fricke.

Ab dem 1. November 1985 trug die Filiale übrigens den offiziellen Code „Berlin 281“ – eine typische Nummer aus der alten Berliner Postsystematik. Die dreistelligen Bezirksnummern waren damals üblich, und „281“ prangte auf Stempeln, Abholscheinen und Paketkarten. Wer die Nummer noch kennt hat echtes Waidmannslust-Level!

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Aus Post wurde Kita

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1996 wurde das Haus verkauft, 1997 die Post geschlossen. Ein Schlecker-Laden zog ein, dann das Mühlencafé – und 2019 dann eine Kita.

Wo früher Briefe gestempelt wurden, wird heute also geknetet und gespielt.

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Mini quiz
Was war 1926 schneller als die Polizei erlaubt?
Die Postkutsche mit Eilpost im Gepäck
Nein. Eilpost gab’s zwar, aber auf der Schiene, nicht mehr auf Kutsch-Rädern.
Der Poststempel – er verriet schon im März den künftigen Ortsnamen
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Genau! „Berlin-Waidmannslust“ stand drauf, bevor’s offiziell war. Frech, dieser Stempel. War einfach seiner Zeit voraus.
Der Oberpostschaffner auf dem Fahrrad mit einer Kaffeekanne im Seitenkorb
Nett gedacht, aber falsch: Fahrräder nutzte die Post zwar schon, Kaffeekannen aber eher nicht.

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