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S-Bahnhof Waidmannslust

Ein Förster, ein Trick, ein Bahnhof - und zack: Waidmannslust

S-Bahnhof Waidmannslust

Ein Förster, ein Trick, ein Bahnhof - und zack: Waidmannslust

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S-Bahnhof Waidmannslust, 2025. (Foto: JYT)
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Bahnhof Waidmannslust, ebenerdig, 1892. (Foto: Museum Reinickendorf)

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Ein Bahnhof als Stadtteil-Motor

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Heute ist er ein ganz normaler S-Bahnhof – seine Entstehung war allerdings alles andere als gewöhnlich.

Im Jahr 1884 bestand Waidmannslust aus gerade mal drei Häusern. Der Gründer des Ortes, Ernst Bondick, hatte jedoch große Pläne: Er wollte, dass Waidmannslust boomt – und das ging nur mit einem eigenen Bahnhof.

Die Bahndirektion war skeptisch – so wenig Bebauung, so wenige Fahrgäste?
Bondick konterte mit einem genialen Trick: Am Tag der offiziellen Verkehrszählung lud er Freunde und Bekannte ein, damit sie an dem geplanten Haltepunkt auftauchten. Der „Andrang“ überzeugte. Die Bahn erkannte einen Bedarf und genehmigte die Station. Bondick bekam seinen Bahnhof.

Bezahlen musste er ihn aber selber. Bondick verpflichtete sich, Bahnsteig und Wärterbude selbst zu finanzieren. Am 20. Mai 1884 wurde der Haltepunkt „Waidmannslust“ eröffnet.

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Fun fact

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Der Bahnhof wurde nur gebaut, weil sich Bondick die „Fahrgäste“ für einen Tag selbst organisierte. Ein echter PR-Stunt – im 19. Jahrhundert!

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Der Betrieb war anfangs improvisiert

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Wer aussteigen wollte, musste dem Schaffner im Zug Bescheid sagen. Wer einsteigen wollte, musste den Bahnwärter beim Haltepunkt finden, der dann dem herannahenden Zug mit einer roten Fahne winkte.

Der Haltepunkt entwickelte sich und wurde ausgebaut – 1886 mit Wartehalle und Aborthäuschen, 1891 mit einem Stationsgebäude aus rotem Ziegelstein.

Und dann wurde es richtig voll: Um 1900 boomte der Berliner Vorortverkehr, Wochenend-Ausflügler strömten ins Grüne. Waidmannslust wuchs jetzt so richtig – und mit ihm der Bahnhof.

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Aus dem Bedarfshaltepunkt wurde eine richtige Haltestelle

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Die Nordbahn wurde zweigleisig, der Bahnübergang über den damals noch ungepflasterten Waidmannsluster Damm wurde schließlich mit Schranken gesichert. Denn viele Ausflügler erkundeten vor Ort die Umgebung in Pferdedroschken. Und die sollten bei dem ganzen Hochbetrieb sicher über die Gleise kommen.

Von 1908 bis 1912 entstand dann der hochgelegte Bahndamm samt heutigem Bahnhofsgebäude, damals eine Schalterhalle. Ein typisches Eisenbahn-Bauwerk der Zeit, entworfen von den Architekten Cornelius und Doergé – und mittlerweile unter Denkmalschutz.

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Heute fährt hier alle 10 Minuten eine S-Bahn – und das historische Bahnhofsgebäude erinnert an eine Zeit, in der ein bisschen List reichte, um große Dinge ins Rollen zu bringen.

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Mini quiz
Was musste man früher tun, um in Waidmannslust aus dem Zug auszusteigen?
Die Notbremse ziehen
Ok, ok. Gehalten hätte der Zug dann schon. Aber ist dennoch nicht die korrekte Antwort.
Dem Schaffner Bescheid sagen
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Richtig, der Bahnhof war anfangs ein Bedarfshaltepunkt!
Laut „Waidmannslust!“ rufen
Falsch. Das rief man eher, wenn man erschrocken bemerkte, dass man schon vorbeigefahren war...

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