1
S-Bahnhof Waidmannslust
Ein Förster, ein Trick, ein Bahnhof - und zack: Waidmannslust
Ein Förster, ein Trick, ein Bahnhof - und zack: Waidmannslust
heading
heading
heading
heading
Ein Bahnhof als Stadtteil-Motor
heading
text
Heute ist er ein ganz normaler S-Bahnhof – seine Entstehung war allerdings alles andere als gewöhnlich.
Im Jahr 1884 bestand Waidmannslust aus gerade mal drei Häusern. Der Gründer des Ortes, Ernst Bondick, hatte jedoch große Pläne: Er wollte, dass Waidmannslust boomt – und das ging nur mit einem eigenen Bahnhof.
Die Bahndirektion war skeptisch – so wenig Bebauung, so wenige Fahrgäste?
Bondick konterte mit einem genialen Trick: Am Tag der offiziellen Verkehrszählung lud er Freunde und Bekannte ein, damit sie an dem geplanten Haltepunkt auftauchten. Der „Andrang“ überzeugte. Die Bahn erkannte einen Bedarf und genehmigte die Station. Bondick bekam seinen Bahnhof.
Bezahlen musste er ihn aber selber. Bondick verpflichtete sich, Bahnsteig und Wärterbude selbst zu finanzieren. Am 20. Mai 1884 wurde der Haltepunkt „Waidmannslust“ eröffnet.
text
text
text
text
funfact
funfact
funfact
funfact
funfact
heading
heading
heading
heading
Der Betrieb war anfangs improvisiert
heading
text
Wer aussteigen wollte, musste dem Schaffner im Zug Bescheid sagen. Wer einsteigen wollte, musste den Bahnwärter beim Haltepunkt finden, der dann dem herannahenden Zug mit einer roten Fahne winkte.
Der Haltepunkt entwickelte sich und wurde ausgebaut – 1886 mit Wartehalle und Aborthäuschen, 1891 mit einem Stationsgebäude aus rotem Ziegelstein.
Und dann wurde es richtig voll: Um 1900 boomte der Berliner Vorortverkehr, Wochenend-Ausflügler strömten ins Grüne. Waidmannslust wuchs jetzt so richtig – und mit ihm der Bahnhof.
text
text
text
text
gallery
gallery
gallery
gallery
gallery
heading
heading
heading
heading
Aus dem Bedarfshaltepunkt wurde eine richtige Haltestelle
heading
text
Die Nordbahn wurde zweigleisig, der Bahnübergang über den damals noch ungepflasterten Waidmannsluster Damm wurde schließlich mit Schranken gesichert. Denn viele Ausflügler erkundeten vor Ort die Umgebung in Pferdedroschken. Und die sollten bei dem ganzen Hochbetrieb sicher über die Gleise kommen.
Von 1908 bis 1912 entstand dann der hochgelegte Bahndamm samt heutigem Bahnhofsgebäude, damals eine Schalterhalle. Ein typisches Eisenbahn-Bauwerk der Zeit, entworfen von den Architekten Cornelius und Doergé – und mittlerweile unter Denkmalschutz.
text
text
text
text
gallery
gallery
gallery
gallery
gallery
text
Heute fährt hier alle 10 Minuten eine S-Bahn – und das historische Bahnhofsgebäude erinnert an eine Zeit, in der ein bisschen List reichte, um große Dinge ins Rollen zu bringen.
