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Katholische Schule Salvator

Von Packungen & Dampfbädern zu Pausenbroten und Mathetests

Katholische Schule Salvator

Von Packungen & Dampfbädern zu Pausenbroten und Mathetests

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Katholische Schule Salvator, 2025. (JYT)
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Naturheilanstalt Dr. Georg Hellmuth, Postkarte, 1924. (Foto: Archiv Klaus Schlickeiser)

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Luft- und Sonnenbäder in Waidmannslust

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Waidmannslust 1894: Viel Wald, wenig Häuser, beste Luft. Genau der richtige Ort für eine Naturheilanstalt mit Charme – das dachte sich zumindest Dr. Georg Hellmuth, als er hier ein rotes Backsteingebäude hochzog, das schon bald auf Postkarten zu sehen war.

Mit Luft- und Sonnenbädern, Kastendampfbädern, Packungen und Massagen – und Diätküche für Magen, Darm und Nerven. „Auch bei Frauenkrankheiten“, wie er betonte. Im Garten? Ein Gewächshaus für Gemüse, vermutlich für die Hausküche. Kurz: ein Kuridyll im Grünen.

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Vergitterter Blick ins Grüne

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Ab 1903 übernahm der Nervenarzt Dr. Felix Leonhardt. Sein Ziel: keine Privat-Kuren mehr, sondern eine „Privat-Irrenanstalt für Damen“. Er ließ neue Anstaltsbauten errichten – mit Schlafsälen, Badetrakten, Tagesräumen, Maschinenraum und Leichenhalle. Teilweise vergittert, teils mit Blick ins Grüne. Der große Krankengarten war inklusive, die Preise lagen bei bis zu 300 Mark im Monat – Getränke extra.

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Haus mit vergitterten Fenstern, um 1905. (Foto: Archiv Klaus Schlickeiser)

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Haus mit vergitterten Fenstern, um 1905. (Foto: Archiv Klaus Schlickeiser)

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Die Salvatorianerinnen übernehmen

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1920 begann ein neues Kapitel: Die Salvatorianerinnen, eine katholische Schwesternkongregation, übernahmen das Gelände. Sie eröffneten hier ein Altersheim mit Kapelle, Provinzhaus, Noviziat – genannt Franz-Jordan-Stift, nach ihrem Ordensgründer.

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Fun fact

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Die erste Kapelle auf dem Gelände wurde 1920 mit den Worten geweiht: „Haurietis in gaudio de fontibus Salvatoris“ – zu Deutsch: „Mit Freude werdet ihr aus den Quellen des Heilands schöpfen“. Heute ist die Kapelle ein Ort, an dem Schulklassen und Lehrkräfte Gottesdienste feiern, der aber auch Gelegenheit zur Einkehr gibt.

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Eine zentrale Figur: Schwester Luminosa Wimmer. Im Zweiten Weltkrieg ließ sie im Garten einen Luftschutzbunker bauen. Mit dem hoffnungsgeladenen Namen: „Salus-Bunker“ – Bunker des Heils. Und nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, gründete sie – mit Genehmigung der französischen Militärregierung – schließlich die Salvator-Schule, eine katholische Oberschule für Mädchen.

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Heute renommierte Katholische Schule Salvator

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Schnell wurde daraus ein kompletter Schulcampus für Mädchen und Jungen: mit Grundschule, Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe (früher Realschule), Gymnasium, Aula, Turnhalle und preisgekrönter Schülerzeitung. Seit 1970 liegt die Trägerschaft beim Erzbistum Berlin. Die Ordensfrauen sind, wenn auch im Hintergrund, nach wie vor in der Schule präsent.

So bleibt der Geist der Gründung: Schülerinnen und Schüler sollen auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds in ihrer individuellen Entwicklung bestärkt und zu ihrem Schulabschluss begleitet werden.

Laut Schule tragen „viele Wahlmöglichkeiten auf dem Weg zum Abitur, aber auch schon im Wahlpflichtbereich der Mittelstufen von Gymnasium und Integrierter Sekundarschule“ dazu bei. Mit Projekten in den Bereichen Soziales Lernen und Umwelt/Nachhaltigkeit sowie ihren speziellen Musikklassen trete die Schule im Bezirk Reinickendorf immer wieder in Erscheinung.

Heute ist das Gelände Denkmal, Bildungsort und Ort der Erinnerung zugleich – mitten im Grünen und direkt am Naturschutzgebiet Tegeler Fließ. Statt Kastendampfbad gibt’s Mathe, statt Diätkuren: Mensa. Diese und die Sporthalle werden übrigens bis 2028 erneuert.

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Mini quiz
Was war das heutige Schulgebäude ursprünglich?
Ein Kurhotel für Dampfbäder und Diätkuren
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Richtig! Das Gebäude wurde 1894 als Naturheilanstalt eröffnet – mit Sonnenbädern, Diätküche und therapeutischen Anwendungen mitten im Grünen.
Ein Rittergut mit eigenem Pferdestall
Nein, edle Ritter und Stallknechte gab’s hier nie.
Ein Sanatorium für Männer mit Schlafstörungen
Hätte gut gepasst: ein Schlaf-Sanatorium für Herren, ruhig gelegen mitten im Wald. Aber nein – das Gebäude hatte andere Heilpläne.

Der nächste spannende Ort ist gleich um die Ecke

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