Über das Projekt

Der QR-Walk Waidmannslust will Geschichte sichtbar machen – mitten im Alltag, direkt vor der Haustür, für alle, die mit offenen Augen durch den Kiez gehen. Er möchte Vergangenes ins Heute holen, Geschichten hör- und spürbar machen und damit ein Stück kollektives Gedächtnis bewahren. Das Projekt ist ein vollständig ehrenamtlich realisiertes Public-History-Vorhaben, entstanden in mehreren hundert Stunden Recherche-, Text- und Organisationsarbeit. Unter erheblichem Zeitdruck – und nur dank eines zugewandten, lösungsorientierten Miteinanders von Bezirksamt, Museum Reinickendorf und engagierten Mitwirkenden sowie der koordinierten Projektsteuerung – konnte es im Jubiläumsjahr 2025 umgesetzt werden.

Methodisch folgt der QR-Walk einem mikrohistorischen und kuratierten Ansatz: Er macht Geschichte niedrigschwellig vor Ort erfahrbar, verzichtet bewusst auf lange Abhandlungen und setzt auf präzise „snackable“ Inhalte für das mobile Lesen. Dafür wurde bewusst eine jüngere, lockere Sprache gewählt, um auch neue und insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen. Die Texte sind konzentrierte Verdichtungen komplexer Kontexte und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie zeigen Ausschnitte und markieren Einstiegspunkte. Wer weitergehen möchte, findet im Museum Reinickendorf vertiefende Informationen, Sammlungen und Literatur. Der QR-Walk versteht sich damit als Türöffner: Er lädt zur ersten Berührung mit den Geschichten der Orte ein – und ermutigt, tiefer einzusteigen.

Inhaltlich basiert das Projekt in seinen wesentlichen Punkten auf den fundierten Recherchen von Klaus Schlickeiser, insbesondere auf seinem Werk Waidmannslust: Vom Jäger-Refugium zum Villenvorort (Hardcover, 348 Seiten, erschienen 1. März 2024 im Förderkreis für Bildung, Kultur und Internationale Beziehungen, Berlin; ISBN 978-3-927611-42-9). Das Buch kann über den Förderkreis bestellt werden (fk-reinickendorf.de) oder im örtlichen Buchhandel bezogen werden. Mit der freundlichen Genehmigung des Autors wurden diese Recherchen für das QR-Walk-Format aufbereitet und verdichtet.

Zur Sichtbarmachung von Kiezgeschichte nutzt der QR-Walk u. a. historisches Bildmaterial des Museums Reinickendorf und weiterer Rechteinhaber. Wir orientieren uns dabei an den in der Public-History-Debatte diskutierten Leitlinien zu verantwortungsvollem – bisweilen auch mutigem – Einsatz historischer Fotografien im Bildungs- und Vermittlungskontext. Sollten Rechte betroffen sein, Fehler auffallen oder Ergänzungen sinnvoll erscheinen, freuen wir uns über einen direkten Hinweis: Wir korrigieren umgehend und erwerben fehlende Nutzungsrechte selbstverständlich nachträglich.

Kurz gesagt: Scannen, staunen, merken. Der QR-Walk bietet einen kompakten, zugänglichen Zugang zu den Geschichten Waidmannslusts – als bewusst unvollständige Einladung, die Spuren der Vergangenheit weiterzuverfolgen. Hinweise, Korrekturen und Anregungen sind ausdrücklich willkommen.

Über die Projekt-Macherin

Der QR-Walk Waidmannslust wurde von Jade-Yasmin Tänzler ehrenamtlich initiiert, koordiniert und umgesetzt. Sie ist Journalistin mit Schwerpunkt auf lokale Themen – und lebt selbst in Waidmannslust. Aus dieser persönlichen Verbundenheit erwuchs der Wunsch, dem Stadtteil zu seinem 150. Jubiläum etwas Bleibendes zu schenken: einen niedrigschwelligen, zeitgemäßen Zugang zur Geschichte des Kiezes.

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Jade-Yasmin Tänzler

Ihre Erfahrung im Berliner Lokaljournalismus hat sie gelehrt: Die großen Bewegungen der Geschichte zeigen sich oft ganz konkret im Kleinen – in Straßen, Häusern, Schicksalen. Hier, im Alltäglichen, wird greifbar, was anderswo abstrakt bleibt.

In diesem Sinne versteht sich der QR-Walk als Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur – verankert im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen. Jade-Yasmin Tänzler ist überzeugt: Im Detail des Kiezes liegt der Schlüssel zur Welt. Oder, in Anlehnung an einen alten Journalistenspruch: All news – and history – is local.