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Villa Mülhens

Einst Schlüsselort alliierter Nachkriegspolitik

Villa Mülhens

Einst Schlüsselort alliierter Nachkriegspolitik

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Villa Mülhens, 2025. (Foto: JYT)
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Villa Mülhens, 1920. (Foto: Museum Reinickendorf)

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1908 als elegantes Landhaus errichtet

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Reinickendorf war nach dem Zweiten Weltkrieg französisches Sektorengebiet – und diese Villa war in dieser Zeit eines der wichtigsten Gebäude im ganzen Bezirk. Denn hier residierte ab 1945 der französische Stadtkommandant, der oberste Vertreter der Militärregierung. Die Adresse wurde zur „Résidence du Général“ – inklusive Wachhäuschen.

Die Villa selbst war allerdings schon lange vorher eine stattliche Adresse: 1908 ließ der Berliner Arzt Dr. Anton Mülhens sie als elegantes Landhaus errichten – mit Terrasse, Salon, Billardzimmer und einem eigenen Entenstall im weitläufigen Garten.

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Unterirdisches Lacklager

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1917 erwarb Fabrikant Hugo Heine die Villa und baute sie um, sie wurde noch großzügiger und standesgemäßer.

Heine war Inhaber des Propellerwerks Heine, das in Reinickendorf und Waidmannslust Propeller für die Luftfahrt herstellte. Schon im Ersten Weltkrieg belieferte die Firma die Rüstungsindustrie. Während der NS-Zeit war das Werk Teil der kriegswirtschaftlichen Produktion für die Luftwaffe. Ab 1943 richtete Heine im Keller der Villa Mülhens ein unterirdisches Lacklager ein – vermutlich im Zusammenhang mit dieser Produktion.

Im Nationalsozialismus verschwammen die Grenzen zwischen privatem Besitz und kriegswirtschaftlicher Nutzung an vielen Orten – heute gilt es, diese Verflechtungen, sollten sie historisch belegt sein, kritisch zu reflektieren.

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Kein Fun, sondern Ernst: Als der französische Kommandant 1945 einzog, wurde kurzerhand die gesamte Villa zwangsgeräumt. Die Militärregierung entschied: C’est la vie.

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Résidence du Général - Wohnsitz der französischen Stadtkommandanten

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Nach Kriegsende 1945 beschlagnahmte die französische Militärregierung die Villa – sie wurde zur Résidence du Général, dem Wohnsitz der französischen Stadtkommandanten in Berlin.

Die Kommandeure – darunter General de Beauchesne, General Lançon und General Ganeval – prägten von hier aus den französischen Sektor des geteilten Berlins. Die Villa wurde so zum Symbol der französischen Präsenz im Berliner Norden und zum Ausgangspunkt alliierter Nachkriegspolitik. Ein Stück Grande Nation mitten in Waidmannslust.

Nach 1950 bis Ende der 1990er diente die Villa als Konsulat der Französischen Republik – mit Wachhäuschen am Eingang.

Heute gehört die Villa nicht mehr dem französischen Staat – aber ihr Charisma ist geblieben. Mitten im ruhigen Waidmannslust erinnert sie an eine Zeit, in der hier Frankreich wohnte.

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Mini quiz
Was war die wichtigste Funktion der Villa nach 1945?
Französischer Landsitz mit Weinverkostung
Nein, leider nicht. Wäre aber nett gewesen, im Garten mit einem guten französischen Tropfen anzustoßen.
Wohnsitz des französischen Stadtkommandanten in Berlin
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Richtig! Hier lebten die französischen Stadtkommandanten in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Diplomatie im Grünen – made in Waidmannslust.
Amtssitz des Berliner Entenbeauftragten
Ist natürlich Quark. Oder besser: Quak. Quak.

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009 oben villagentz ws 2025 Villa Gentz
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